Ein Lübecker Ehepaar erhält den "HörZu"-Umweltpreis für sein Bemühen um das Biotop deutsch-deutsche Grenze.
Lübeck - Ein geschwungenes "L" steht für das Projekt "Lebensstreifen" von Hildegard und Klaus Buchin aus Lübeck. Seit 1990 setzt das Ehepaar sich für "das grüne Band" entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze mit seiner einzigartigen Natur und Geschichte ein. Am kommenden Sonntag erhalten die beiden Lübecker dafür auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin den Preis "Goldene Natur" der Zeitschrift "Hör Zu" und des ZDF. Klaus Buchin frohlockt: "Mit den 10 000 Mark Preisgeld sind die Druckkosten für Band 2 unseres Radwanderführers gesichert."
Band 1 ist 1999 im Kieler Verlag "ProjektNord" erschienen und beschreibt die Strecke entlang der ehemaligen Grenze vom Ostseestrand bei Lübeck-Travemünde bis nach Bad Sachsa im Harz. Band 2 wird von dort bis hinunter ins Vogtland führen.
Insgesamt 1380 Kilometer durch alle in Deutschland vorkommenden Landschaftstypen außer dem Hochgebirge, durch zwei Nationalparke, drei Biosphärenreservate, fünf Naturparke und Hunderte Naturschutzgebiete. In seinem groben Verlauf lässt der Streifen sich zum L stilisieren.
Im Mai 1990 ist der gebürtige Brandenburger Buchin, der 1962 nach Lübeck kam, die 1380 Kilometer das erste Mal abgefahren. Was der Keramik-Ingenieur an Natur vorfand, war weitgehend unberührt. Viele Tiere und Pflanzen hatten im Schutz der "Grenzsicherungsanlagen" überlebt.
Heute hat der 63-Jährige seine erste Radtour an der innerdeutschen Grenze als faszinierend und deprimierend zugleich in Erinnerung. Es folgten weitere Urlaube auf dem Rad. Immer öfter bekamen die Buchins zu hören: "Mensch, ihr müsst das mal aufschreiben, wo man langfahren und wo man übernachten kann."
Also begann das Paar, gezielter Informationen zu sammeln über das längste Biotop-Verbundsystem Mitteleuropas mit insgesamt 10 000 Quadratkilometer Fläche, aber auch über Zeugnisse deutsch-deutscher Geschichte. Zudem spürten die beiden viele Privatquartiere und Pensionen auf. Heraus kam der Radwanderführer "Am Grünen Band".
Sollte der mit eigenem finanziellen Risiko gedruckte Führer, dessen zweiter Band voraussichtlich im Frühjahr 2002 erscheint, Gewinn bringen, so soll das Geld dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) für den Kauf von Flächen an der ehemaligen Grenze zufließen. Das wäre ein Beitrag im Hinblick auf Buchins Ziel, "den Lebensstreifen in seiner Gesamtheit" zu erhalten.
Die vormalige innerdeutsche Grenze von Ostsee bis Harz. Ihre einmalige Natur und Geschichte bringen die Buchins den Lesern in ihrem Radwanderführer nahe. Daraus stammen die Tipps.
![]() |
Startseite |